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Gleichzeitiger Erwerb der deutschen und französischen allgemeinen Hochschulreife (Abibac) an der Anton-Philipp-Reclam-Schule Leipzig

Was ist eigentlich AbiBac?

AbiBac bereitet auf den gleichzeitigen Erwerb der allgemeinen deutschen und französischen Hochschulreife vor. (Abitur + Baccaleauréat)

Die Abiturientinnen und Abiturienten erhalten zwei verschiedene Abiturzeugnisse, ein deutsches und ein französisches. Diese Tatsache und die damit erworbenen interkulturellen Kompetenzen eröffnen ihnen unter anderem vielfältige Zukunftschancen an französischen und deutschen Hochschulen und Universitäten.

Grundlagen

Das Projekt basiert

 

AbiBac am Reclamgymnasium

Das Projekt AbiBac wurde an der A.-Ph.-Reclam-Schule Leipzig im Jahre 2010 begonnen. Am 10. Mai 2010 wurde die Schule offiziell in das deutsch-französische Abibac -Programm aufgenommen. Träger der Projekte 2010-2013 und 2011-2014 war der Verein zur Förderung und Unterstützung des A.-Ph.-Reclam-Gymnasiums Leipzig e.V.. Beide Projekte wurden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Im Juli 2013 erhielten die Schülerinnen und Schüler des ersten Abibac-Jahrganges am Reclamgymnasium ihre Zeugnisse.

Zugangsvoraussetzungen

Das Projekt steht allen Schülerinnen und Schülern offen, welche in der vertieften sprachlichen Ausbildung mit dem Schwerpunkt Französisch lernen.

Ein Quereinstieg ist grundsätzlich möglich, in der Regel vor Beginn der Klassenstufe 11 mit Belegpflicht für die dritte Fremdsprache (Italienisch oder Spanisch). Hier erfolgt eine Einzelfallprüfung. Ein längerer Aufenthalt in einem französischsprachigen Land vor Eintritt in die AbiBac- Ausbildung ist hierfür wünschenswert.

AbiBac - der deutsch-französische Doppelabschluss

Voraussetzungen

  • Besuch der bilingualen Ausbildung Französisch oder
  • Quereinstieg nach mindestens 6-monatigem Schulaufenthalt in einem frankophonen Land
  • dritte Fremdsprache Italienisch oder Spanisch

Besonderheiten der Ausbildung

  • Dauer: 3 Jahre (Klassenstufen 10 - 12)
  • Kurse
    • Leistungskurs Französisch-AbiBac
    • Grundkurs Geschichte bi-kulturell
    • Grundkurs Geographie bi-kulturell
  • Prüfungen:
    • zentrale sächsische Prüfung Französisch (schriftlich)
    • zentrale sächsische Prüfung Geschichte bi-kulturell (schriftlich)
    • dezentrale Prüfung Französisch (mündlich)

Abschluss

  • Erwerb einer hohen sprachlichen Kompetenz und bi- bzw. interkultureller Kompetenzen
  • Zugang zu französischen Universitäten und Hochschulen ohne Sprachprüfung

mehr bei www.france-allemagne.fr

Inhalte

Der Französischunterricht ist im Vergleich zu dem in der vertieft sprachlichen Ausbildung stärker literaturorientiert.

Die Vermittlung der Sprache (Wortschatz, Grammatik) tritt bereits in Klasse 10 in den Hintergrund. Im Mittelpunkt steht die französische und französischsprachige Gegenwartsliteratur. Durch die Arbeit an Ganzschriften und Textauszügen erschließen sich die Schülerinnen und Schüler diesen Bereich der frankophonen Realität in ihrer ganzen Breite und werden an die Methoden und Verfahren der Textanalyse herangeführt.

Die in der Jahrgangsstufe 10 begonnene Arbeit erfährt im Leistungskurs Französisch / AbiBac in den Jahrgangsstufen 11 und 12 ihre Fortsetzung. An ausgewählten Werken der französischen Literatur des 17. bis 21. Jahrhunderts erweitern und vervollkommnen die Schülerinnen und Schüler ihre Texterschließungs- und Textanalysekompetenzen.

In den Sachfächern Geographie und Geschichte verwenden die Schülerinnen und Schüler - anknüpfend an den bilingualen Sachfachunterricht der Klassenstufen 7-9 - die Fremdsprache Französisch als Arbeitssprache.

Im Fach Geographie wird der Lehrplan für das sächsische Gymnasium bearbeitet, im Fach Geschichte existiert ein gesonderter Lehrplan, der sich jedoch in seinen Kernbereichen am Lehrplan für das sächsische Gymnasium orientiert.

Schwerpunkt der Arbeit in Geographie und Geschichte ist der interkulturelle Vergleich. Die Inhalte der beiden Fächer können also nicht deckungsgleich sein mit denen des muttersprachlichen Sachfachunterrichts, es geht aber andererseits auch nicht darum, den Unterricht „histoire-géo“ der französischen Gymnasien in die Klassenzimmer zu importieren.

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten neben dem muttersprachlichen auch den französischen Fachwortschatz und untersuchen dessen Kulturkomponente, z.B. deutsch: Völkerwanderung / französisch: invasions barbares.

Durch den Einsatz authentischer fremdsprachlicher Materialien und Quellen erhält die französische Perspektive sowie das Thema der Beziehungen Deutschlands zu seinem Nachbarn in Europa eine besondere Bedeutung, ohne dass die Eingebundenheit Europas in weltweite Strukturen und Prozesse vernachlässigt würde.